3 thoughts on “Das Buch der Spiegel: Roman

  1. miss.mesmerized
    15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Das Buch der Spiegel, 1. März 2017
    Rezension bezieht sich auf: Das Buch der Spiegel: Roman (Gebundene Ausgabe)
    Beinahe hätte der Literaturagent Peter Katz das ungewollt eingesandte Manuskript übersehen. Schnell fesselt ihn der Text von Richard Flynn, der angeblich auf wahren Begebenheiten basiert und den Tod des berühmten Psychologen Wieder zwanzig Jahre zuvor in ein neues Licht rücken würde. Schnell ist Katz fasziniert von dem Roman, der das Zusammenleben von Flynn und der Studentin Laura Baines beschreibt, die bei Wieder am Seminar tätig war. Sie ist es auch, die die beiden Männer bekannt macht. Trotz der Unterschiede finden sie sich interessant und eine Art Freundschaft entsteht, die jedoch an einem alkoholschweren Abend ein tragisches Ende nimmt. Es fehlt jedoch der Ausgang der Geschichte und Katz beauftragt einen befreundeten Privatdetektiv, der Sache nachzugehen. Doch statt Klarheit wirft der Fall immer weitere Fragen auf.

    Dem Roman „Das Buch der Spiegel“, das fast gleichzeitig von namhaften Verlagen in verschiedenen Ländern veröffentlicht wird, geht eine ordentliche Werbemaschinerie voraus, so dass die Neugierde unweigerlich geweckt wird und die Erwartungen hoch sind. Ein Mord, zwanzig Jahre lang ungeklärt, viele Verdächtige, unzählige Versionen der Geschehnisse des betreffenden Abends – das alles in einer durchaus reizvollen Erzählstruktur. Drei unterschiedliche Figuren nähern sich den Ereignissen aus unterschiedlichem Blickwinkel: der Literat, der nach einem guten Text sucht; der Detektiv, der seinem Bauchgefühl folgt und sein Privatleben hinter die Ermittlungen stellt und der Polizist, der seinen noch offenen Fall klären will. Diese unterhalten sich mit den Verdächtigen und folgen den ihnen vorliegenden Spuren mit dem Ergebnis, dass immer wieder andere Versionen der Geschehnisse in den Fokus rücken. Ein im Ansatz wirklich cleveres Spiel mit dem Leser.

    Die anfängliche Spannung und Begeisterung, die ich – ähnlich wie Katz beim Lesen des Manuskripts Flynns – spürte, verlor sich jedoch leider mehr und mehr im Laufe der Handlung. Ebenso wie John Keller, der private Ermittler, war mein Interesse an dem Fall nach etwa 2/3 der Handlung ziemlich erschöpft und das letzte Drittel mehr ein Abhandeln als ein Lesegenuss. An der Grundstruktur lag es nicht, diese ist einfallsreich gestaltet, aber die Figuren konnten nicht überzeugen. Durch die drei Wechsel der Perspektiven blieben die Protagonisten schwach, undefiniert und unscheinbar. Zudem waren mit die Vorkommnisse des entscheidenden Abends einerseits zu wirr und andererseits letztlich etwas zu konstruiert, um nur ansatzweise glaubhaft zu sein. Zwar gab es ein starkes Motiv, aber mich überzeugen Bücher mehr, deren Lösung von Beginn an angelegt ist und die nicht als zufälliges Beiprodukt plötzlich wie Deus ex Machina auftauchen.

    Daher leider das Fazit: gute Idee, starker Anfang und dann leider zu sehr nachgelassen.

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  2. Buchnase
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Der Papierkorb im Gehirn, 20. März 2017
    Rezension bezieht sich auf: Das Buch der Spiegel: Roman (Gebundene Ausgabe)
    Das Cover verheißt einen Schauerroman. Es zeigt eine rotverfärbte Burg, die sich über den Schutzumschlag zieht. Ein Bild, das aus einem nächtlichen Traum gegriffen sein könnte. Anders als erwartet geht es aber im Roman nicht um eine Geistergeschichte in einem englischen Schloss, sondern um Gedächtnis und Erinnerung. Ein Literaturagent fischt ein unverlangtes Manuskript aus dem Stapel der täglichen Einsendungen und nach der üblichen Leseprobe will er unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht. Nicht nur das, er hält den Inhalt des Textes, auf Grund des Anschreibens für wahr. Doch den Verfasser ausfindig zu machen, gelingt nicht so einfach. Als er erfährt, dass der Autor verstorben ist, stellt er Nachforschungen an, engagiert sogar einen Privatdetektiv. Dann wechselt die Perspektive und aus einer anderen Sicht wird erzählt. So erfährt man nach und nach die Geschichte aus den Erinnerungen der anderen Beteiligten. Ein gelungenes Spiel mit Wahrheit und Gedächtnis, ein verschachteltes Verwirrspiel. Beim Lesen fragte ich mich mehrmals, wo die Wahrheit liegt, und was ich davon glaube. Erinnerungen verformen sich, werden angepasst, besonders traumatische Erinnerungen werden modifiziert. Unser Gehirn ist mit einem Papierkorb ausgestattet, es entfernt, was nicht passt, heißt es an einer Stelle. Der Roman ist bis zum Schluss spannend, hat schöne Metaphern und Szeneneinfälle. Das Buch der Spiegel ist ein rundum gelungener Roman, und man darf gespannt sein, was der Autor als nächstes ausheckt.
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  3. Flaventus
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    3.0 von 5 Sternen
    Nur für Genrefans interessant, 27. März 2017
    Rezension bezieht sich auf: Das Buch der Spiegel (Hörbuch-Download)
    Im Grunde genommen ist der Plot sehr vielversprechend und gut umgesetzt. Auch dass im Hörbuch jede Passage von einem anderen Sprecher gesprochen wurde, verspricht ein interessantes Lesevergnügen. Aber dennoch konnte mich dieses Buch nicht so richtig in seinen Bann ziehen. Warum ist dem so?

    Es sind insgesamt drei Perspektiven und vier Sprecher, die die teils komplexe Geschichte rund um die Ermordung des angesehenen Psychiaters Joseph Wieder erzählen. Es beginnt bei einem Literaturagenten, dem ein eingereichtes Manuskript ins Auge fällt, aber abrupt endet.

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    Komplexe Handlung
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    Mit dem Manuskript beginnt die eigentliche Geschichte, die teilweise recht langatmig erzählt wird. Die Geschichte nimmt zwar zwischendrin an Fahrt auf, aber der Wind wird recht schnell durch Passagen aus den Segeln genommen, die mehr sachlich als emotional erzählen.

    Es mag daran liegen, dass ich recht viele Thriller und spannende Werke gelesen habe und dadurch ganz andere Texte gelesen habe, die den Leser tatsächlich zu fesseln vermögen. Aber dieses Buch ist sehr weit davon entfernt, spannend zu sein. Es ist definitiv eine Erzählung und kein Thriller oder Krimi.

    Der Erzählstil wechselt zwischen bildlicher Darstellung und emotionsloser Erzählung. Das ist gerade in den langatmigen Passagen etwas ermüdend, so dass es einiges an Konzentration bedarf, um bei der Sache zu bleiben.

    Nur am Rande bemerkt und für die Leser, die sich in der Geschichte verloren fühlen: Lest es bis zum Ende. Spätestens dort erfährt der Leser, weshalb das Buch seinen Titel Das Buch der Spiegel erhalten hat.

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    Charaktere
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    Das störendste an dem Plot sind sicherlich die oberflächlichen Charaktere. Dadurch, dass die Perspektiven wechseln, wird nicht nur das Geschehen aus einem anderen Betrachtungswinkel erzählt, sondern die Charaktere verlieren ihren Tiefgang, der gerade erst aufgebaut wurde.

    Leider verpufft so auch das Element der wechselnden Sprecher, die eben diesen Eindruck verstärken. Anstelle die Geschichte abwechslungsreicher zu erzählen, wird der Leser aus seinem Konzept gerissen und beginnt gedanklich von vorn.

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    Sprecher
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    Es sind wie schon erwähnt vier Sprecher, die dieses ungekürzte Buch lesen. Das klingt vielversprechender als es am Ende ist. Leider kann keiner der Sprecher vollkommen überzeugen. Zwei der Sprecher sind bisher noch gar nicht in Erscheinung getreten, was man als Hörer finde ich auch hört.

    Aber auch die anderen beiden glänzen nicht durch eine charakterstarke Lesung, sondern verstärken oftmals in den langatmigen Passagen durch eine langweile Betonung den anstrengenden Effekt.

    ⌈——————————————⌉
    Fazit
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    Eine komplexe Geschichte langweilig zu erzählen ist nicht die beste Voraussetzung für ein packendes Buch. Da hilft es auch wenig, wenn das Setting und der angewandte Erzählstil interessant sind. Das ist für mein Gefühl zu wenig, um eine Lese- bzw. Hörempfehlung auszusprechen.

    Leider spielen die Sprecher dieses Hörbuchs nicht in einer Liga, in der es sich allein ihretwegen lohnt, ein Buch anzuhören.

    Deswegen lautet mein Fazit: Für Genrefans sicherlich interessant, alle anderen suchen sich lieber einen anderen Lese- bzw. Hörstoff.

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