Gefühle sind keine Krankheit: Warum wir sie brauchen und wie sie uns zufrieden machen

By | August 6, 2018
Gefühle sind keine Krankheit: Warum wir sie brauchen und wie sie uns zufrieden machen

Warum wir sie brauchen und wie sie uns zufrieden machen
Gebundenes Buch
“Wir müssen damit aufhören, ständig auf unsere Defizite zu achten.”

Christin Peter Dogs ist Klinikleiter und Fachararzt für Psychiatrie und Psychosomatik. Er hat viele tausend Menschen behandelt, die an Depressionen, Ängenst und den Folgen traumatischer Ereignisse litten – mit ungewöhnlichen und sehr erfolgreichen Konzepten. Seine Erfahrungen zeigen: Es gibt Ausgwege. Und vor allem: Wir selbst können jede Menge für unsere seelische Gesundheit tun.

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2 thoughts on “Gefühle sind keine Krankheit: Warum wir sie brauchen und wie sie uns zufrieden machen

  1. H. Feldmann
    38 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Herausragender „Erfahrungsbericht“ eines außergewöhnlichen Arztes und Therapeuten, 30. Oktober 2017
    Rezension bezieht sich auf: Gefühle sind keine Krankheit: Warum wir sie brauchen und wie sie uns zufrieden machen (Gebundene Ausgabe)
    Dieses Buch ist außergewöhnlich. Außergewöhnlich, weil hier ein Fachmann und Betroffener zugleich über ein Thema schreibt, das uns alle betrifft, ob wir das wollen oder nicht: Gefühle. Gleichzeitig ist es eine Abrechnung mit dem bestehenden Gesundheitssystem sowie eine Auflistung von Möglichkeiten wie man es erfolgreich anders machen kann.

    Aber der Reihe nach. Der Autor bezieht seine Reputation einerseits aus seiner langjährigen Tätigkeit als Arzt und Klinikleiter von mehreren psychosomatischen Kliniken, die er zum Teil selbst aufgebaut hat. Das an sich wäre schon Grund genug, an seinen Erfahrungen in diesem Bereich partizipieren zu wollen. Wäre da nicht überdies seine außergewöhnliche Lebensgeschichte („Ich wurde in meiner Kindheit komplex traumatisiert […]“), die dem Geschriebenen eine besondere Authentizität verleiht. Aus der Kombination eigener Erfahrungen im privaten und beruflichen Umfeld zog und zieht er seine Schlüsse sowohl für seine Arbeit („Meine Kindheitserfahrungen haben mir später als Arzt den Mut gegeben, an die Ressourcen meiner Patienten zu glauben.“) als auch als Grundlage für die Kritik an den bestehenden psychologischen Therapieverfahren wie zum Beispiel der Psychoanalyse: „Gerade die Therapieform, die am großzügigsten unterstützt wird, halte ich in vielen Fällen für unwirksam, manchmal sogar für schädigend. Ich spreche von der Analyse.“ Stattdessen schlägt er vor: „Ich würde sie [die Psychoanalyse] als Kassenleistung streichen und das Geld lieber für Angebote ausgeben, die den Menschen stärken.“ Und ohnehin sei die „Persönlichkeit des Therapeuten […] wichtiger als die Methode, die er anwendet.“ Der Autor nennt in diesem Zusammenhang Methoden die er selbst entwickelt hat und die von „schweigendem Essen“, über „meditatives Gehen“ bis hin zum „poststationären Online-Chat“ reichen.

    Die klaren (teils auch provokativen) Worte des Autors machen Mut, das eigene Leben in die Hand zu nehmen, sich seinen Gefühlen zu stellen, sich ihrer nicht zu schämen und offen für neue Erfahrungen zu bleiben, die dann wiederum dazu führen können, alte ungewünschte Verhaltensmuster positiv zu überschreiben.

    Auf der anderen Seite sind einige seiner Ausführungen in ihrer Schlichtheit einfach falsch, andere wiederum einem offensichtlichen Überlegenheitsgefühl des Autors zuzuschreiben. Ein Therapeut sollte einem Patienten weder etwas „aufbrummen“ (S. 49), noch sollte jemand als „depressiv und verblödet“ bezeichnet werden (S. 54), auch wenn dies hier unter der Annahme geschieht, dass etwas nicht sein könne (hier die soziale Interaktion als Depressions- und Demenzprophylaxe). Die vom Autor propagierte sogenannte „vierte Ebene des limbischen Systems“ (kognitiv sprachliche) gehört nicht zum limbischen System, sondern zum präfrontalen Cortex. Nicht nur der Hippocampus produziert „neue Hirnzellenverbindungen“, sondern dies passiert nahezu im gesamten Gehirn. Allerdings ist der Hippocampus des Menschen die einzige Region in der neue Nervenzelle entstehen können (Neurogenese) und nicht, wie vom Autor behauptet im gesamten Gehirn. Auch ist die dazugehörige Erklärung (S. 39) äußerst schrägt, um es einmal freundlich auszudrücken: „Das Gehirn bildet aber neue Hirnzellen und nutzt diese, wenn es viele Impulse bekommt und sich gebraucht fühlt.“

    Aber ganz offensichtlich geht in diesem Buch gar nicht um eine möglichst exakte Wiedergabe des aktuellen Wissens über das Gehirn und daraus resultierend um eine therapierelevante Interpretation dieses Wissens, sondern eher um eine plausible und leicht nachvollziehbare Darstellung von Zusammenhängen psychischer Prozesse in Verbindung mit Gefühlen/Emotionen. Es ist auch ein Plädoyer für die Eigenverantwortung des Menschen: „Ob man Menschen psychotherapeutisch behandelt oder nicht, ist oft egal.“ Es muss nicht immer das Gespräch mit einem Therapeuten sein, oft reicht ein guter Freund/eine gute Freundin oder ein verständnisvoller Nachbar. Denn nach Meinung des Autors trägt Psychotherapie, so wie sie heute weit verbreitet ist, viel zu oft dazu bei, dass Menschen in ihren Problematiken stecken bleiben oder sich sogar immer tiefer in den Morast strampeln.“ Auch den Psychopharmaka steht der Autor skeptisch entgegen und stellt fest: „[…] dass gute Gefühle, Zuversicht und Vertrauen zu einem kompetent wirkenden Menschen eine ähnliche Wirkung haben können wie ein Antidepressivum.“

    Kurzum: Das Buch lebt geradezu von der Authentizität des Autors. Auch wenn oft die Keule über Therapeuten und Therapieverfahren geschwungen wird, einige kleinere Mängel in der Darstellung übersehen werden müssen, so erlaubt dieses Buch dennoch dem interessierten Leser einen guten Einblick in die deutsche Therapielandschaft und auch in die Möglichkeiten sich aus kritischen Lebensphasen zu befreien, sei es aus eigener Kraft oder mit Hilfe von fachlich versierten Personen.

  2. tanteolga
    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Ein wichtiges und notwendiges Buch, 11. April 2018
    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Gefühle sind keine Krankheit: Warum wir sie brauchen und wie sie uns zufrieden machen (Gebundene Ausgabe)
    Das Buch ist leicht zu lesen. Es braucht keine Vorkenntnisse.
    Es ist eine notwendige Kritik an der Psychotherapie in Deutschland, die zunehmend als krankhaft ansieht, was vollkommen normal ist. Ein drastisches Beispiel, das Dogs anführt: Während laut psychotherapeutischem Diagnosekatalog es 1980 noch angemessen war, beim Verlust eines geliebten Angehörigen ein Jahr lang zu trauern, soll heute alles, was mehr als zwei Wochen dauert, therapiebedürftig sein!
    Das Buch ist eine notwendige Kritik an langdauernden Therapien, am Graben in der Vergangenheit und Versagen bei der Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Und auch die vernichtende Kritik an der klassischen Psychoanalyse ist notwendig, weil diese ineffiziente Therapieform immer noch am großzügigsten von den Kassen unterstützt wird. Und sein Erfolg gibt dem Autor recht.
    Wenn ich dem Buch nicht volle 5 Sterne gebe, obwohl ich die sachlichen Positionen des Autors als weitestgehend richtig ansehe, so liegt das an der Haltung, die zwischen den Zeilen steht: “Ich bin der Größte”. Und die kommt auch bei dem “bekennenden Narzisten” Dogs etwas zu penetrant heraus. Und das hätte er nicht nötig.
    Nützlich ist das Buch für jeden, der diese “Szene” etwas genauer beleuchtet sehen möchte, und für den, der nach geeigneten Therapeuten sucht.

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