Frederik Busch: German Business Plants

By | January 28, 2019
Frederik Busch: German Business Plants

German Business Plants
Buch mit Leinen-Einband
Der Arbeitsalltag der postindustriellen Gesellschaft bietet ein unerschöpfliches Reservoir an Erzählungen und Bildern; ob als Sitcom, als kritischer Leitartikel oder als Statistik eines Bundesamtes, aus der wir etwas über die soziopolitischen und wirtschaftlichen Umstände der arbeitenden Bevölkerung lernen sollen. Was wir aber allzu gerne vergessen, ist, dass die Menschen nicht die einzigen Wesen im Betrieb sind. Kakteen, Drachenbäume und Schefflera bevölkern Arztpraxen, Kanzleien und Werbeagenturen, um ein wenig Leben zwischen die Aktenstapel und Bildschirme zu bringen.
Acht Jahre lang arbeitete Frederik Busch an seiner Fotoserie Business Plants und porträtierte in zahlreichen Betrieben ebensolche Pflanzen. Porträts, da wir die Bürobotanik hier mit Eigennamen und knappen Charakterisierungen vorfinden und schnell erkennen, dass diese Pflanzen eben “auch nur Menschen” sind, die sich in ihrem tragikomischen Dasein in ganz alltägliche Fragestellungen um Beziehungen, Musik und Fitness verwickelt sehen. Der humoristische Zugang, den Frederik Busch gewählt hat, erlaubt es uns, an diese Pflanzen als Individuen, eben als Mitlebewesen heranzutreten, und nicht als Dinge, die lediglich der zivilisatorischen Überlegenheit der menschlichen Spezies ausgesetzt sind.

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One thought on “Frederik Busch: German Business Plants

  1. Anonymous
    5.0 von 5 Sternen
    Auch der toteste Gummibaum bringt leben ins Büro, 28. November 2018
    Von 
    trooboox

    Rezension bezieht sich auf: Frederik Busch: German Business Plants (Gebundene Ausgabe)
    Büropflanzen sind die besten Arbeitskollegen: sie sind gute Zuhörer, anspruchslos, konstant in der Stimmung und immer da. . . nehmen Urlaube klaglos hin und sind die Blaupause für Leidensfähigkeit im Arbeitsleben. Aber nur auf den ersten Blick. Der Fotograf Frederik Busch zeigt sie in seinem Buch German Business Plants als seelenvolle Begleiter durch oft seelenlose Arbeitswelten.
    Busch geht der Frage nach, wie machen wir unseren Arbeitsplatz privat. Von 2009 bis 2017 schuf er personen-ähnliche Portraits von Büropflanzen. Busch gibt den Pflanzen Namen und Stimme, denn er skizziert uns ihre Situation in einer Art short short story. Busch (*1974) studierte u.a. Filmwissenschaft und Schauspiel – das erklärt für mich seinen menschlichen Zugang zu den Seelen der Büropflanzen und sein Gespür für ihre Tragikkomik. Er war wohl nicht in Vorstandsetagen unterwegs, viele der Portraits sind schief, halb vertrocknet und entlaubt. Busch legt Wert darauf, dass die Pflanzen nur in einem Halbmeterradius verrückt wurden und mit vorhandenem Licht fotografiert wurden. Und sie blieben unverletzt.
    Das Buch zeigt uns, wie weit Realität von Büropflanzen von ihrer eigentlichen Zweckbindung abweicht: sie sollen und Freude und besseres Klima spenden, Stress mindern und Leistung fördern. Übrig bleibt oft Natur auf kleinstem Raum an Arbeitsplätzen der Anspruchslosen, mit stark wechselnden Wasserspenden und Lichtverhältnissen.

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