Eine Trillion Euro

By | September 2, 2017
Eine Trillion Euro

Broschiertes Buch
Seit Jahrzehnten steht sie im Schatten der angloamerikanischen SF: die europäische Science Fiction. Und das völlig zu Unrecht, wie diese Anthologie, zusammengestellt von Bestsellerautor Andreas Eschbach, beweist. Sie enthält Geschichten von den jeweils führenden SF-Autoren der Länder der Euro-Zone, u. a. von Pierre Bordage (F), Jean Claude Dunyach (F), Valerio Evangelisti (I), Wim Maryson (NL), Elia Barceló (E), Pasi Jääskaläinen (FIN), oder aus Deutschland Marcus Hammerschmitt, Michael Marrak, Andreas Eschbach selbst und nicht zuletzt Wolfgang Jeschke, der sich seit Jahrzehnten um die SF in Deutschland verdient gemacht hat.

Die repräsentativste europäische SF-Anthologie aller Zeiten!Um es gleich vorauszuschicken — dieses Buch ist nicht die Fortsetzung zu Andreas Eschbachs Erfolgsroman Eine Billion Dollar. Stattdessen zeichnet Eschbach neben der Titelgeschichte vor allem als Herausgeber dieser Anthologie verantwortlich. Der kleine Etikettenschwindel ist jedoch ohne weiteres verzeihlich, wartet Eine Trillion Euro doch mit dem Besten auf, was die westeuropäische Science Fiction derzeit zu bieten hat und entlohnt den Leser mehr als reichlich durch seine Bandbreite an faszinierenden Ideen und fantastischen Welten.

Sprach- und bildgewaltig zeichnet Jean-Marc Ligny die Zukunft eines von Naturkatastrophen heimgesuchten Europas. Die Spanierin Elia Barceló spekuliert über die Konsequenzen einer ungewöhnlichen Verjüngungskur, bei der der Geist eines alten Menschen in einen jugendlichen Körper verpflanzt wird. Eine kompromisslose Cyberpunk-Geschichte mit einem ebenso überraschenden wie bitterbösen Ende stammt aus der Feder des griechischen Autors Thanassis Vembos. Die Belgierin Sara Doke hingegen entwirft die Vision einer friedlichen Globalisierung, die alle Völker der Welt vereinen könnte.

Auch die deutschsprachige Science Fiction ist bestens vertreten. In Eschbachs Titelgeschichte erhält das von einer neuen Eiszeit bedrohte Europa von außerirdischen Handelsvertretern ein verlockendes, wenn auch etwas überteuertes Angebot. Mit einer ähnlich zweifelhaften Investition sieht sich der Protagonist in Marcus Hammerschmitts Beitrag konfrontiert. Michael Marrak denkt über die kommerziellen Möglichkeiten des Weltraumtourismus nach und Wolfgang Jeschke entwirft die fremdartige Welt einer hunderttausend Jahre alten Zivilisation, deren Harmonie vom Eindringen menschlicher Raumfahrer gestört wird.

Eine Trillion Euro bietet dem Leser einen Blick über den Tellerrand des angloamerikanischen Marktes, von dem die Science Fiction gemeinhin beherrscht wird. Schließlich sind Übersetzungen aus dem Französischen, Spanischen, Griechischen oder gar Finnischen hier zu Lande eher selten. Dass dies nicht etwa an mangelnden literarischen Qualitäten der Autoren liegt, beweist diese Anthologie aufs Eindrucksvollste. Internationale Science Fiction auf höchstem Niveau in ausgezeichneten Übersetzungen steht Seite an Seite mit einigen der renommiertesten Autoren des deutschsprachigen Raums. Abgerundet wird der Band außerdem durch eine ansprechende Gestaltung und informative Einleitungen des Herausgebers zu den einzelnen Autoren. Ein Genuss für jeden Liebhaber des Genres! –Sara Schade

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2 thoughts on “Eine Trillion Euro

  1. Peter Geschke
    57 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Spritzig, lustig, spannend und lehrreich!, 8. Oktober 2005
    Wie kein anderer versteht es Andreas Eschbach ernste Themen in unterhaltsamer Lektüre zu verpacken, wie er mit seinem Top-Bestseller “Eine Billion Dollar” eindrucksvoll bewiesen hat.
    In der Erzählung “Eine Trillion Euro” nimmt er die drohende Klimaveränderung in Europa zum Anlass, uns eine Lektion in Sachen “Umweltkunde” zu erteilen. Als genialer Science-Fiction-Autor nutzt er dieses Genre, um uns in einer äußerst unterhaltsamen Story deutlich zu machen, dass wir nun mal nur diesen einen Planeten haben und unsere Umwelt pfleglicher behandeln sollten. Clevere Außerirdische fordern immerhin eine Trillion Euro für den Nachbau Europas auf dem Mond, schlicht unerschwinglich für die hochverschuldeten Europäer.
    Schon als Lektüre zu empfehlen, aber als Hörbuch einfach Spitze! Der Schaupieler Sascha Rotermund verleiht den humorvollen Dialogen eine erstaunliche Lebendigkeit. Die Außerirdischen werden so zu kleinen Charakteren. Spritzig, lustig, spannend und trotzdem nicht seicht! Unbedingt anhören, denn es macht Lust auf mehr “Eschbach”!
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  2. Gerd
    9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Eschbach hält uns allen einen Spiegel vor, 9. April 2007
    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Ich muss einem der Vorredner widersprechen. Eschbach *will* höchst offensichtlich gar keine realistischen Aliens darstellen und auch kein physikalisch funktionierendes Szenario darstellen, sondern genau das Gegenteil, um uns einen Spiegel vorzuhalten.

    Das kommt auch am Ende nochmal ganz klar heraus.

    Dazu nutzt er das Mittel einer SF-Story und eine deutlich erkennbare Überzeichnung.

    Die Story ist mit kaum einer Stunde eher kurz, aber gut und ohne besondere Längen. Meine Empfehlung: Hörenswert…

    *** vorsicht ab hier Spoiler – weiterlesen auf eigene Gefahr ***

    Eschbach hat den klassischen Spruch, “wir gehen mit der Erde um, als hätten wir eine zweite im Gepäck”, wörtlich genommen.

    Er stellt anhand einer Story mit Außerirdischen dar, die uns ein “zweites Europa auf dem Mond” für unsere Rettung bauen wollen und als Bezahlung den Gesamtwert von Europa verlangen, dass wir bei unseren kaufmännischen Rechungen nur betrachten, was ein Haus, eine Firma, ein Land oder eben Europa “wert” ist, dabei aber den mit Abstand größten aller Werte völlig vernachlässigen: Den des funktionierenden *Ökosystems* als Grundlage unserer Existenz.

    Klar, das muss man als BWLer oder Politiker auch nicht bezahlen. Darum ist es denen vollkommen egal. Die Welt ist ja groß und war schon immer da – bis wir sie zerstören.

    Nett fand ich auch die verblüffte Frage des Ober-Alien, wie ein so großer Länderbund wie Europa, der seit Jahrzehnten in Wohlstand und Frieden lebt, trotzdem bis über beide Ohren verschuldet sein kann? Das gibt es im ganzen Universum nicht nochmal. 😉

    Wenn man ein wenig zwischen den Zeilen liest, ist diese Story eine kräftige Ohrfeige an uns alle, speziell aber die Politiker. Nur werden die das sicher weder lesen noch irgendwas merken.

    Die Erkenntnis für uns in der realen Welt soll sein, dass es sowas wie ein “zweites Europa” eben *nicht* geben kann. Wir haben eben keine zweite Erde im Gepäck. Wenn wir unsere einzige zerstören, ist es aus mit uns.

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