3 thoughts on “Die Eispiraten: Historischer Roman

  1. nirak
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Abenteuer im 9. Jahrhundert, 6. August 2017
    Rezension bezieht sich auf: Die Eispiraten: Historischer Roman (Taschenbuch)
    Im Jahre 828 hat der Wikinger Alrick einen guten Einfall, um sich und seine Mannschaft zu ernähren. Er macht sich zunutze, dass die Menschen immer das wollen, was nur schwer zu beschaffen ist. In seinem Fall ist dies Eis, um daraus eine köstliche Nascherei herzustellen. Mit seiner Mannschaft besorgt er dies schwierige Gut direkt vom Feuer spuckenden Ätna. Sie liefern es an die reiche Bevölkerung an die Adria. Schnell geht ihnen der Ruf voraus, das schnellste Schiff im Mittelmeer zu besitzen. Auch bis Venedig schafft es dieser Ruf. Hier bekommt Alrik jetzt den Auftrag den Heiligen Markus herbeizuschaffen. Dies ist aber nicht so einfach, den die Gebeine des Heiligen liegen in Alexandria und können nicht mal so eben einfach mitgenommen werden. Der Doge braucht für diese Aufgabe unerschrockene Männer und vor allem schnelle Männer. Alrik und seine Piraten scheinen dafür genau richtig zu sein.

    „Die Eispiraten“ ist ein herrlicher Abenteuerroman. Er erzählt von unerschrockenen Männern, die weder Tod noch Teufel fürchten. In rasantem Tempo geht es von einer Gefahr in die nächste und zurück.
    Der Erzählstil ist dabei einfach zu lesen, die Seiten blättern sich quasi von allein.
    Dirk Husemann hat in Alrik einen echten Piraten geschaffen, er lässt ihn lebendig werden. Erzählt dabei aber auch von seiner verletzlichen Seite. Alrik zur Seite stehen seine Söhne und seine Mannschaft, gerade der Zusammenhalt der Männer wurde hier gut dargestellt. Eine schöne Liebesgeschichte gibt es zudem auch noch ganz nebenbei. Sie passt aber gut in das Gesamtbild.

    Mir hat dieser Roman großen Spaß gemacht. Es war spannend zu sehen, wie Alrik und seine Begleiter die Gebeine des heiligen Markus gesucht haben. Sie hatten dabei so manches Abenteuer zu bestehen, und auch die Liebe kam hier nicht zu kurz. Auch wenn es ein Abenteuerroman war, gab es doch auch Szenen, die mir die Tränen in die Augen getrieben haben. Ich hatte sie so nicht erwartet. Aber es ist schön, wenn einem ein so offenbar leicht durchschaubarer Roman dann doch noch überraschen kann.

    Eine Karte, zu Beginn, erlaubt es dem Leser die Reiseroute nachzuvollziehen. Ein Personenregister sorgt für die nötige Übersicht bei den Protagonisten und ein Glossar klärt zum Schluss die fremden Begriffe. Sogar einen kleinen Aufbau eines Wikingerschiffs gibt es hier zu sehen. Schöne Details, die ich immer wieder gern in Romanen sehe.

    „Die Eispiraten“ war für mich ein richtiger Abenteuerroman, in dem ich in eine andere Welt abtauchen konnte. Er erzählt anschaulich davon, wie das Leben im 9. Jahrhundert ausgesehen haben mag. Von dem Glauben der Menschen, von ihrer Art zu leben und ihre Treue zu einander. Es hat mir Spaß gemacht hier zu lesen, und mit auf große Fahrt ins Mittelmeer zu gehen. Es ist von allem etwas dabei, Gefahr, Liebe und Intrigen.

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  2. Amazon Kunde
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Packende Abenteuer lassen Geschichte lebendig werden, 17. August 2017
    Rezension bezieht sich auf: Die Eispiraten: Historischer Roman (Taschenbuch)
    Ruhm und Ansehen verschafft man sich durch heldenhafte Leistungen – nicht nur, aber auch. Das war früher keineswegs anderes als heute, wenngleich man inzwischen mit dem Begriff Held vielleicht ein wenig vorsichtiger umgeht. Damals, in Zeiten von Spätantike und frühem Mittelalter, wollten viele Herrschende mit einer Glanztat überzeugen und vor allem beim Volk Eindruck schinden. Oftmals waren es Schlachten und Kriege, die des Ruhmes und der Ehre wegen geführt wurden. Doch es gab auch andere Geschichten, wie die, die Dirk Husemann in seinem neuen Buch „Eispiraten“ erzählt. Zugegeben: Ganz unblutig geht es in dem Roman nicht zu, aber das wird man bei einer Episode aus jener Epoche auch kaum erwarten können.
    Die historische Vorlage liefert eine Begebenheit aus dem Venedig des 8. Jahrhunderts. Der Doge, also das damalige Stadtoberhaupt, will die Bürger damit beeindrucken, dass er die Gebeine des heiligen Markus, einem der vier Evangelisten, herbeischafft und ihnen einen würdigen Aufenthaltsort zukommen lässt. Soweit der Plan, der unter anderem einen nicht zu vernachlässigenden Haken hat. Die sterblichen Überreste befinden sich irgendwo im ägyptischen Alexandria, das zudem noch von den Sarazenen besetzt ist. Bleibt also nur die Möglichkeit einer waghalsigen Schifffahrt und die bange Frage, wie wohl die Herrschenden in Alexandria reagieren.
    Dem Autor gelingt es, den Leser vor allem dadurch zu fesseln, dass Seefahrer Alrik und dessen Mannen, die der Doge für dieses Himmelfahrtskommando gewinnen kann, immer wieder gefährliche Abenteuer erleben. Fesselnd und packend kommt der Roman aber auch daher, weil mehrere Handlungsstränge, von denen jeder für sich schon ungemein spannend ist, miteinander verwoben werden. Unter anderem heckt die Tochter des mächtigen Venezianers einen sehr eigensinnigen und für junge Frauen seinerzeit eigentlich undenkbaren Plan aus, den sie auch in die Tat umzusetzen weiß, was wiederum beim Vater eine Mischung aus Sorge und Verärgerung hervorruft.
    Wenn man gehofft hat, mit dem Erreichen von Alexandria sei das Ziel erreicht und das Abholen der Gebeine nur noch reine Formsache, dann zeigt der Roman, dass die wahren Probleme erst jetzt anfangen. Zahlreiche weitere Verwicklungen – unter anderem geht es dabei auch um die Existenz der vermeintlichen sterblichen Überreste – sorgen für unvorhergesehene Momente, mit denen Dirk Husemann den weiteren Gang der Dinge zu bereichern weiß. Beeindruckend ist immer wieder sein sprachliches Geschick verbunden mit einer der damaligen Zeit entsprechenden Wortwahl. Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Lesefreude gereicht das keineswegs zum Nachteil, vielmehr gelingt es mit diesen Begrifflichkeiten, sich in die damalige Lebenswelt viel besser hineinzuversetzen. Zu dieser gehörte auch der Glaubenskampf zwischen dem noch jungen Islam und dem Christentum, das im römischen Reich einst zur Staatsreligion ausgerufen worden war. Entsprechende Auseinandersetzungen gehörten in einer Stadt wie Alexandria zum Alltag, wie es der Autor keineswegs aufbauschend, sondern vielmehr sehr realistisch darstellt.
    Wie auch schon in beiden vorangegangenen Romanen „Ein Elefant für Karl den Großen“ und „Seidendiebe“ gelingt es Dirk Husemann eindrucksvoll, den Lesern ein sehr plastisches Bild von einer längst vergangenen, vielleicht auch vergessenen Welt zu liefern. Dazu tragen die Liebe zum historischen Detail ebenso bei wie eine prägnante Beschreibung von Charakteren.
    Warum aber, fragt man sich beim Blick auf das Buchcover, heißt das Buch eigentlich „Eispiraten“, wenn doch Gebeine eine Schlüsselrolle spielen? Dirk Husemann, studierter Archäologe, hat im übertragenen Sinn ein Naturereignis ausfindig gemacht, mit dem man einst in der Tat Eis gewonnen und transportiert hat. Doch dieses Phänomen soll nicht das einzige verblüffende Element bleiben. Unvorhergesehene Wendungen im Lauf der Ereignisse bringen mehrfach überraschende Momente mit sich. Das gilt bis zum Schlussakkord, mit dem es dem Dogen gelingt, sich dann doch noch ins rechte Licht zu rücken.
    Theo Körner
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  3. Amazon Kunde
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Von Dogen und Nordmännern – einfach spitze!, 21. August 2017
    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Die Eispiraten: Historischer Roman (Taschenbuch)
    Die Werke von Dirk Husemann werden mit jedem Band besser! “Die Eispiraten” erzählen eine spannende Geschichte von venezianischen Dogen und groben Nordmännern und noch während ich las, konnte ich das Nachwort kaum erwarten, in dem Husemann (wie auch in den anderen Werken) sehr interessant die historischen Bezüge schildert. Man kann kaum glauben, wie viel Wahrheit in seinen Geschichten steckt (unglaubliche Recherchearbeit – klasse!) und wie viel Platz trotzdem noch für die blühende Vorstellungskraft des Autors bleibt.

    Alles in allem eine mitreißende Geschichte, die mich hat eintauchen lassen in die Welt und das Leben der “Eispiraten”!

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