Der Horror der frühen Medizin: Joseph Listers Kampf gegen Kurpfuscher, Quacksalber & Knochenklempner (suhrkamp taschenbuch)

By | June 12, 2019
Der Horror der frühen Medizin: Joseph Listers Kampf gegen Kurpfuscher, Quacksalber & Knochenklempner (suhrkamp taschenbuch)

Joseph Listers Kampf gegen Kurpfuscher, Quacksalber & Knochenklempner
Broschiertes Buch
Grausig sind die Anfänge der Medizin: Leichenraub, blutige Operationen wie Kirmesspektakel, Arsen, Quecksilber, Heroin als verschriebene Heilmittel. Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Unwissen der Ärzte sagenhaft, wie sie praktizieren, ein einziger Albtraum. Bis ein junger Student aus London mit seinen Entdeckungen alles verändert … Lindsey Fitzharris erzählt vom Leben dieses Mannes und vom Horror, den ein einfacher Arztbesuch damals bedeutete – schaurig, unterhaltsam, erhellend.

Als Joseph Lister 1844 sein Studium in London beginnt, ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung desaströs: Die Krankenhäuser sind überfüllt und verseucht. Um aufgenommen zu werden, müssen Patienten genug Geld für die eigene Beerdigung mitbringen. In den Operationssälen arbeiten Chirurgen in Straßenklamotten vor schaulustigem Publikum. Warum fast alle Patienten sterben, wie sich Krankheiten ausbreiten, darüber herrscht nicht die geringste Einigkeit, nur hanebüchene Theorien. Joseph Lister wird dann Chirurg, er will ganz praktisch helfen. Und von Neugier und hellem Verstand geleitet, entwickelt er eine Methode, die das Sterben vielleicht beenden kann …

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2 thoughts on “Der Horror der frühen Medizin: Joseph Listers Kampf gegen Kurpfuscher, Quacksalber & Knochenklempner (suhrkamp taschenbuch)

  1. Anonymous
    18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Informativ wie ein Sachbuch, spannend wie ein Thriller u. schaurig wie ein Horror, 31. August 2018
    Von 
    Pink Anemone (1140)

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Der Horror der frühen Medizin: Joseph Listers Kampf gegen Kurpfuscher, Quacksalber & Knochenklempner (suhrkamp taschenbuch) (Broschiert)

    Grausig sind die Anfänge der Medizin: Leichenraub, blutige Operationen wie Kirmesspektakel, Arsen, Quecksilber, Heroin als verschriebene Heilmittel. Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Unwissen der Ärzte sagenhaft, wie sie praktizieren, ein einziger Albtraum. Bis ein junger Student aus London mit seinen Entdeckungen alles verändert … Lindsey Fitzharris erzählt vom Leben dieses Mannes und vom Horror, den ein einfacher Arztbesuch damals bedeutete – schaurig, unterhaltsam, erhellend….(Klappentext)

    ✚✚✚✚✚

    “Alles war infrage gestellt, alles war unerklärt,
    alles war zweifelhaft, nur die große Anzahl der toten war eine unzweifelhafte Wirklichkeit.”
    (Ignaz Semmelweis / S. 119)

    Der Titel des Buches könnte treffender nicht sein, denn es liest sich wie ein Roman im Sub-Genre Medizin-Horror.
    Leider war dies damals traurige Wirklichkeit – traurig vor allem für den Patienten, denn der Tod war ihm im Krankenhaus so gut wie sicher. Und doch wurde die Medizin durch ein paar Ärzte voran getrieben.
    Durch Ärzte die sich über Konventionen und andere Ärzte hinwegsetzten, Ärzte die nicht nur abhackten und rumschnippelten, sondern sich wirklich dafür interessierten ihren Patienten zu helfen, Ärzte wie Ignaz Semmelweis, Alexander Flemming, Robert Koch und eben auch Joseph Lister, den wir hier begleiten werden.

    Lister war nicht nur Arzt, sondern auch durch und durch Forscher und Wissenschaftler. Ihn begleitet man durch das kranke und tödliche viktorianische London.
    Doch auch andere Ärzte begegnen uns und auch an deren Leben und Geschichten darf man teilnehmen.
    Wie z. B. Robert Liston, dessen rohe Gewalt und Schnelligkeit schon vor der Erfindung der Äther-Anästhesie, sein Markenzeichen war. Diese Schnelligkeit war zwar vor allem bei Amputationen ein Segen, jedoch war er hierbei hin und wieder zu enthusiastisch. Zum Beispiel schnitt er dabei einem Patienten auch gleich noch den Hoden mit ab oder er hatte mit dem Messer so einen Zahn drauf, sodass er seinem Assistenten auch gleich drei Finger abtrennte.
    Oder Berkley Moynihan, der sich erinnerte, dass er und seine Kollegen in einem Kittel operierten, der vor lauter Blut und Dreck schon von alleine in der Ecke gestanden hätte. Dieser war übrigens auch der erste Chirurg der Gummihandschuhe verwendete.

    Man wohnt Amputationen, Ausschabungen und diversen äußerst ungewöhnlichen Behandlungsmethoden bei, die einem den Ekel ins Gesicht treiben. Und natürlich behandelt man auch Gangrän, Erysipel und Sepsis, welche Lister besonders interessierten.

    “Die Frau drohte an der Flüssigkeit in ihrer Lunge zu ersticken.
    Erichsen griff zu einer ungewöhnlichen Maßnahme:
    Er drückte den Mund auf die offene Wunde und saugte Blut und Schleim aus den Atemwegen.
    Dreimal musste er ausspucken, dann beschleunigte sich der Puls der Patientin wieder,….”
    (S. 81)

    Dies war der Ausgangspunkt seiner Forschungen über die Wundheilung und die Auswirkungen von Infektionen auf Körpergewebe und somit der erste Schritt in die Richtung der Wundhygiene. Hierbei kreuzen natürlich auch Ärzte wie Ignaz Semmelweis und Louis Pasteur unseren Weg.

    Dies alles erfolgt in einem flüssigen und klaren Schreibstil und der Erzählstil ist äußerst plastisch. Für schwache Nerven und sensible Mägen ist dieses geschichtliche Sachbuch der Medizin also definitiv nichts. Ich bin mir jedoch sicher, dass hauptsächlich Personen, welche im medizinischen Bereich tätig sind und Personen, welche ein allgemeines Interesse an Medizin und Geschichte haben, zu diesem Buch greifen. Und ich gehe davon aus, dass diese Personen keineswegs zimperlich sind.

    Jedes Kapitel wird mit einem Zitat eines Forschers, Wissenschaftlers oder Arztes eingeleitet und schon befindet man sich mitten in der Geschichte.

    So sehr ich das viktorianische Zeitalter bewundere, bin ich doch froh in der heutigen Zeit zu leben. Doch so schockierend es sich auch liest, so faszinierend und interessant ist es, in die damalige Zeit einzutauchen und damit die ersten Schritte in die Richtung der heutigen Medizin zu verfolgen.

    “Das begeisterte Publikum sah gebannt zu, wie der Anatom die aufgeblähten Bäuche verwesender Leichname aufschnitt,
    aus denen Blut und stinkender Eiter quoll.
    Manchmal wurde das makabre Schauspiel von lieblicher Flötenmusik begleitet.”
    (S. 10)

    Dieses Buch besticht jedoch nicht nur durch interessante Fakten zur Geschichte der Medizin, sondern vor allem auch durch das Cover, wobei auch die Rückseite des Covers nicht zu verachten ist.
    Die Verarbeitung zeugt zusätzlich von guter Qualität…sonst hätte das Buch den Urlaub mit Strand, Meerwasser und Wind sicher nicht so gut überstehen können.

    Fazit:
    Ich bin von diesem Sachbuch über die Medizin und dessen Geschichte absolut begeistert und könnte es immer und immer wieder lesen. Es ist informativ wie ein Sachbuch,…

    Weitere Informationen

  2. Anonymous
    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Sehr gut., 2. August 2018
    Von 
    Andrea Janzon

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Der Horror der frühen Medizin: Joseph Listers Kampf gegen Kurpfuscher, Quacksalber & Knochenklempner (suhrkamp taschenbuch) (Broschiert)
    Durch eine Rezi in einer Büchergruppe wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Ein lohnender Kauf.
    Die Schilderungen der Operationsmethoden, weitab von jeglichem Gedanke an Hygiene, machten mir beim Lesen echt Gänsehaut. Mit Blut und Eiter verkrustete OP-Garderobe und dreckiges OP-Besteck der Ärzte galten als ehrenvoll, da sie von vielen Operationen zeugten. Daß die Hälfte der Leute an Sepsis starb, nahm man schulterzuckend hin. Operationen waren eine Art Volksbelustigung, die regelmäßig viele Zuschauer anlockten. Heutzutage undenkbar.

    Anschaulich wird ein Kapitel der Medizingeschichte und des Lebens und Forschens von Joseph Lister geschildert. Seiner Beharrlichkeit und seinem eisernen Willen, sich gegen alle Widersacher und ablehnenden Kollegen durchzusetzen, verdanken wir letztendlich den heutigen Hygienestandard in Krankenhäusern. Ohne seine Forschungen und Erkenntnisse über Keime und sterile OP-Bedingungen wären noch viel mehr Menschen gestorben.
    Ein absolut lesenswertes Buch.

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