Der Dreißigjährige Krieg: Eine europäische Tragödie

By | March 26, 2018
Der Dreißigjährige Krieg: Eine europäische Tragödie

Eine europäische Tragödie
Gebundenes Buch
Der Dreißigjährige Krieg kostete Millionen Leben und veränderte die politische wie religiöse Landkarte Europas. Bis heute hält die Auseinandersetzung mit dem verheerenden Krieg an. War es ein “teutscher” Krieg? In erster Linie ein Religionskrieg? Oder war es der Kampf Frankreichs, Schwedens, Englands, niederländischer und deutscher Protestanten gegen die spanisch-habsburgische Hegemonie? Peter H. Wilsons große Gesamtdarstellung nimmt alle Aspekte in den Blick: beginnend mit der Vorgeschichte des Krieges und einem europaweiten Panorama der strukturellen Gegebenheiten über eine breite Schilderung des Kriegsgeschehens bis hin zum Westfälischen Frieden und den Folgen. In die Darstellung eingestreut finden sich Kurzporträts der wichtigsten politischen und militärischen Akteure. Doch Wilson verharrt nicht auf der Ebene der großen Gestalter, ihn interessieren immer auch Schicksal und Lebensrealitäten der gewöhnlichen Soldaten und Zivilisten. Ein opus magnum im besten Sinn.

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2 thoughts on “Der Dreißigjährige Krieg: Eine europäische Tragödie

  1. Gromperekaefer
    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    hat das Zeug zum Standardwerk, 9. März 2018
    Rezension bezieht sich auf: Der Dreißigjährige Krieg: Eine europäische Tragödie (Gebundene Ausgabe)
    In diesem Wälzer bekommt man die Entwicklunggeschichte zum 30jährigen Krieg erklärt, die Kriegsereignisse werden ausführlich geschildert, wobei auch die Nebenschauplätze beleuchtet werden, letztlich die Bemühungen zu einer Friedenslösung und die Auswirkungen des Friedens. Des weiteren kommen die religiösen Streitigkeiten zur Debatte, welche nicht als Kriegsgrund gelten, sondern eher zu dem Ausbruch beitrugen. Das Problem im deutschen Reich war dabei vor allem in der Reichsverfassung begründet, wo die Reichsstände keinen funktionierenden gemeinsamen politischen Kurs hatten, die Glaubensfragen wirkten in diese Problematik hinein und gossen noch zusätzliches Öl ins Feuer.

    Neben den internen Problemen des Reichs, gab es zusätzlich Konfliktpotenzial im restlichen Europa, welche in den Wirren des 30jährigen Krieges ausgefochten wurde. Der Krieg wurde hierdurch in die Länge gezogen. Europa befand sich noch in der Entwicklung zu den Nationalstaaten, verschiedene Regionen kämpften um ihre Unabhängigkeit (Niederlande) oder mehr Macht (Kurpfalz, Sachsen, Brandenburg, Bayern), andere sahen sich durch auswärtige Mächte bedroht (Frankreich durch die Habsburger, Schweden durch Polen und Dänemark) oder strebten einfach nach Landgewinn (Frankreich, Schweden, Bayern, Brandenburg,…). Dabei spielte letztlich die religiöse Ausrichtung nicht immer eine zwingende Rolle.

    Wilson gibt daneben auch Einblicke in die Kriegsführung jener Zeit, wo die Schwierigkeit der Finanzierung oder des Unterhalts einer Armee die Kriegsroute bestimmen konnte. Die Aufstellung neuer Heere war somit massgebend für die Verlängerung der kriegerischen Auseinandersetzungen.

    Phasenweise ist das Buch etwas schwierig zu lesen, wobei man stellenweise den Überblick verlieren kann, insbesondere bei den Kampfhandlungen auf diversen Schauplätzen. Insgesamt bekommt der Leser aber einen aufschlussreichen Einblick in die Komplexität dieser Periode. Wilsons Buch darf man getrost als Standardwerk über den 30jährigen Krieg bezeichnen.

  2. Manfred Orlick
    47 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Umfassende Darstellung einer “europäischen Tragödie”, 30. Oktober 2017
    Von 
    Manfred Orlick (Halle, Deutschland) – Alle meine Rezensionen ansehen
    (HALL OF FAME REZENSENT)
      
    (TOP 500 REZENSENT)
      

    Rezension bezieht sich auf: Der Dreißigjährige Krieg: Eine europäische Tragödie (Gebundene Ausgabe)
    Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), der um die politische und religiöse Ordnung Mitteleuropas geführt wurde, war einer der verheerendsten Kriege in der europäischen Geschichte. Noch heute gilt er als Metapher für die Schrecken des Krieges schlechthin, dauerte es doch Jahrzehnte, bis sich Deutschland von den Verwüstungen erholte, die der längste und blutigste Religionskrieg der Geschichte angerichtet hatte.

    Der britische Historiker Peter H. Wilson hat nun eine umfassende Geschichte des Dreißigjährigen Krieges vorgelegt, die in erster Linie die außerordentliche Komplexität dieser „europäischen Tragödie“ untersucht. Wer nicht direkt am Krieg beteiligt war, übte jedoch einen beträchtlichen Einfluss aus, ohne darüber eigene Ziele oder lokale Streitigkeiten aus dem Auge zu verlieren. Allein Russland blieb unter den führenden Mächten Europas unbeteiligt. Eine zweite Hauptthese des Autors ist, dass der Dreißigjährige Krieg in erster Linie kein Religionskrieg war. Religion und Konfession spielten zwar eine Rolle, es ging aber immer auch um politische und soziale Auseinandersetzungen. „Der Dreißigjährige Krieg war nur insofern ein Religionskrieg“, als der Glaube in der Frühen Neuzeit das leitende Prinzip in allen Bereichen öffentlichen oder privaten Handels lieferte.“ In einer dritten These widerspricht der Autor der herkömmlichen Meinung, dass der Dreißigjährige Krieg unvermeidlich war. Mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 hatte es immerhin eine 63 Jahre lange Friedensperiode gegeben.

    Die Darstellung ist in drei große Kapitel unterteilt, wobei sich der Autor zunächst ausführlich der Vorgeschichte des Dreißigjährigen Krieges widmet. Er zeichnet hier ein anschauliches Bild des Heiligen Römischen Reiches im 16. Jahrhundert mit dem Kaiser, seinen Fürsten, Ständen und Konfessionen. Der „Lange Türkenkrieg“ mit dem Osmanischen Reich (1593-1606) war für die Habsburger Monarchie zwar eine ernste Herausforderung, doch es folgte eine lange Phase des Friedens (bis 1663).

    Im zweiten Kapitel „Der Konflikt“ beschreibt Wilson detailliert die einzelnen Etappen des Dreißigjährigen Krieges – vom Prager Fenstersturz 1618 bis zum Westfälischen Frieden 1648. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kriegsjahre 1628-1630, in denen der Konflikt mit dem kaiserlichen Vorstoß zur Ostsee eine europäische Dimension erreichte. Dem Autor geht es aber nicht allein um Kriegsschauplätze, um militärische Siege und Niederlagen, um Heerführer wie Wallenstein oder Gustav II. Adolf – er beleuchtet auch immer wieder das Leben und den schweren Alltag der einfachen Menschen. Schätzungen gehen von 6 Mill. Opfern des Dreißigjährigen Krieges aus.

    Im Schlusskapitel „Nach dem Frieden“ untersucht Wilson die internationale Dimension des Westfälischen Friedensabkommens, die Kosten und kulturellen Folgen des Krieges sowie dessen Erfahrungen. Insgesamt lässt sich sagen: Wilson versucht, alle Aspekte des Dreißigjährigen Krieges zu analysieren und entwirft so ein gewaltiges Panorama, das aber (allein schon durch den Umfang) Konzentration und Ausdauer bei der Lektüre verlangt. Ein schmaler Bildteil mit historischen Abbildungen, 25 Schlachtenpläne sowie ein umfangreicher Anhang mit Anmerkungen, Literaturverzeichnis und Personenregister komplettieren die Darstellung.

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